Vom Handy zum Beamer

Vorgestellt wird eine für Lehrer sehr praktische und leider zu großen Teilen recht unbekannte Technologie. Fast jeder hat sie in der Hosentasche, außerdem jeder neuere Fernseher und – für Lehrer interessanter – Beamer. Kollegen mit älteren Beamern können einen Adapter verwenden.

Miracast ist ein in der Netzwerkkarte integrierter Standard, der eine HDMI-Übertragung drahtlos simuliert.

  • Dadurch können schnell und bequem vom eigenen Smartphone, Tablet oder Laptop (ausgenommen ältere Geräte und Apple-Geräte) Offline-Inhalte wie Texte, PDFs, Bilder, PowerPoint-Präsentationen, Videos, Offline-Apps etc. gezeigt werden.
  • Je nach eigenem Vertrag können über die SIM-Karte auch Online-Inhalte wie Webseiten und internetbasierte Apps präsentiert werden.
  • Über die Kamera der Geräte können im Unterricht entstandene Produkte gezeigt werden (wie bei einer Dokumentenkamera).
  • Nicht nur der Lehrer kann, auch die Schüler können über ihre Geräte entsprechendes über den Beamer zeigen. Eine bestehende Verbindung kann dabei nicht von anderen Geräten unterbrochen werden.

LehrerInnen, die keines dieser Miracast-fähigen Geräte selbst besitzen, können die Beamer dennoch nutzen, indem sie einem Schüler oder einer Schülerin die Anzeigen erlauben können. Es braucht lediglich der Beamer per Fernbedienung eingeschaltet werden. Durch Ausschalten des Beamers hat der Lehrer immer die letzte Kontrolle über das Gerät, falls Schüler Missbrauche versuchen sollten. Außerdem ist bei vielen Adaptern die Vergabe eines Passworts zur Nutzung von Miracast möglich.

 

Auf das Thema bin ich durch den Halbtagsblog von Jan-Martin Klinge aufmerksam geworden. Dort gibt es auch ein Anleitungs-Video, allerdings musste ich dann doch noch etwas recherchieren bzw. ausprobieren und Erfahrungen sammeln. Deher hier noch ein paar Anmerkungen zu Umsetzung.

Welche Geräte unterstützen Miracast?

Auf vielen Smartphones ab Android 4.2 kann man einfach von oben herunterwischen und ScrennMirroring (Samsung) oder Übertragen o. Ä. auswählen. Allerdings unterstützen manche neuere Geräte die Funktion nicht mehr. So mein Nexus 5X. Obwohl die Technik weiterhin verbaut ist, bietet das Betriebssystem die Funktion nicht mehr an. Wohl um einen Grund zu liefern, sich einen GoogleChrome-Stick zu kaufen. Letzterer kann zwar auch Inhalte wie Bilder und Videos anzeigen, aber oft nicht das Kamerabild. Die Stärke von Miracast liegt darin, dass dauern der eigene Bildschirm angezeigt wird – ohne eine App nutzen zu müssen.

Apple-Geräte sind natürlich auch außen vor. Sie haben einen eigenen Standard namens AirPlay und entsprechende Adapter.

Windows-Geräte unterstützen ab Windows 7 Miracast. Bei Windows 8 und 10 kann man auch schnell über „rechts Wischen“ „Projezieren“ auswählen.

Was ist zu kaufen?

Die Beamer müssen entweder neuere WLAN-Beamer sein. Oder man kauft den Microsoft Wireless Display Adapter (ca. 55 €). Es gibt zwar auch wenige andere kostengünstigere Adapter, aber auf die ist oft kein Verlass, wie ich auf mehreren Foren lesen konnte. Der Adapter braucht eine Stromversorgung per USB. Jan-Martin Klinge empfiehlt eine PowerBank. Ich kam damit aber nicht zurecht. Das Teil war ständig alle und meine geplante Stunde dahin.

Falls der Beamer selbst keinen USB-Eingang hat, können folgende Adapter nötig sein:

  • Microsoft Wireless Display Adapter (HDMI-Endung männlich)
  • HDMI (weiblich)-VGA (weiblich)-Adapter
  • VGA-Verlängerung (männlich/männlich, 1m)
  • USB-Stromstecker (ohne Kabel)
  • USB-Verlängerungskabel (kurz)
  • Zwischenstecker (von einem zu zwei runden Stromsteckern)

Miracast als Schulprojekt

Ich möchte die ganze Schule mit Miracast-fähigen Beamern und Miracast-Adaptern für die vorhandenen Beamer ausstatten. Wenn wir soweit sind, berichte ich mehr darüber.

Sonstige Erfahrungen

Ein Kollege hat herausgefunden, dass er nicht gleichzeitig einen Bluetooth-Lautsprecher und Miracast nutzen kann.

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